Gedanken über Webpflege und TYPO3-Updates - am Beispiel von Muko.info

05.03.2026

Wie gestaltet man die Pflege eines TYPO3-Webs mit Weitblick? Wann gibt man am besten (auch mit Blick auf die Kosten) ein Update in Auftrag? Antworten eines langjährigen Entwicklers ...

TYPO3-Update weiter gedacht

Aktualisierung von Muko.info auf TYPO3 13

Jedes Update von TYPO3-Instanzen muss sorgfältig geplant und auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sein. Je nach Budget reichen die Anforderungen von „Hauptsache es läuft“ bis „bringt es auf eine solide technische Basis!“. Dabei ist ein günstiges TYPO3-Update oft nur auf den ersten Blick die ökonomisch bessere Wahl. Mit etwas Zeit und Budget kann man nämlich vorausschauend updaten und somit auf Dauer Geld sparen.

In jeder neuen TYPO3-Version verschwinden Funktionen und neue kommen hinzu.

Mit der notwendigen Weitsicht kann man bereits bei einem Update die nachfolgenden TYPO3-Versionen „mitdenken“. Dafür braucht es aber Zeit und Budget. Die Realität sind begrenzte Budgets und die Frage nach dem „Warum?“. Gerade wenn sich in der Wahrnehmung des Kunden nichts an der Webseite verändert, steht häufig die Frage im Raum, wofür das gesamte Budget überhaupt verwendet wurde.

Fakt ist, dass Webseiten organisch wachsen. Meistens findet ein großer Launch statt, danach kommen immer neue Features oder Anpassungen hinzu – teilweise über mehrere TYPO3-Versionen. Zu jedem Zeitpunkt werden die Änderungen dabei auf Basis der aktuellen Möglichkeiten umgesetzt. Daraus resultierend ergibt sich auf Dauer ein Flickenteppich aus Standards, Features und Umsetzungen. Der Technical Debt ("Technische Schuld(en)", siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Technische_Schulden) erhöht sich immer mehr, bis es irgendwann knallt und teure Aufräumarbeiten und Anpassungen notwendig sind, um den Betrieb dauerhaft aufrecht zu erhalten.

Lieber früher investieren

Daher ergibt es Sinn, bei einem Update nicht nur zu betrachten, wie man die Webseite auf der aktuellen TYPO3 Instanz möglichst schnell zum Laufen bringt, sondern Budget für Refactoring, Umstrukturierung und Modernisierung der vorhandenen Software einzuplanen. Nur wer regelmäßig seine gesamte Webseite auf den Prüfstand stellt, kann langfristig einen sicheren Betrieb gewährleisten. Auch finanziell lohnt sich dieses Vorgehen: Kleine Mehrinvestitionen in Technik und Software zahlen sich beinahe immer aus. Wer wartet bis nichts mehr geht, hat meist so viele Probleme angesammelt, dass die Behebung umfangreich und komplex ist.

Unser Vorgehen am Beispiel des Mukoviszidose e. V.

Den Mukoviszidose e. V. betreut fixpunkt seit 2017, als die Webseite muko.info durch einen Relaunch zu dem geworden ist, was Mukoviszidose-Betroffene und alle anderen Interessierten bis heute kennen. Auch hier ist seitdem hinter den Kulissen viel passiert. Neben regelmäßigen Updates und diversen kleineren Anpassungen sind als größere Umbauten die Ausgabe von Social-Media-Postings, der Austausch der Such-Extension hin zu Solr, die Neustrukturierung der Navigation, die Integration des Blogs und die Optimierung der Barrierefreiheit zu nennen.

Das Update auf TYPO3 13 nutzten wir daher nicht nur für das Update selbst, sondern auch, um die technische Basis der Webseite abseits von TYPO3 auf den aktuellen Stand zu bringen. Über die Jahre wurde an vielen Stellen geschraubt, so dass es an der Zeit war, die einzelnen Bestandteile der Webseite konsequent unter die Lupe zu nehmen und auf ihre Zusammenarbeit zu prüfen. Eine Anpassung des Frontends oder ein Softlaunch / Relaunch waren nicht Teil des Updates.

Neben notwendigen Updates von Extensions, wie zum Beispiel der Infothek zur Bestellung von Broschüren und anderen Materialien, wurden andere Extensions gegen modernere ausgetauscht. Beispielsweise migrierten wir alle über die Jahre entstandenen Gridelements zu Container. In diesem Zuge wurden auch alle durch uns entwickelten Plugins auf native Content Elemente umgestellt sowie FlexForms zu TCA migriert. Noch vorhandene Hooks wurden durch Event Listener ersetzt. Auch die genutzten Frameworks und externen Abhängigkeiten wurden geprüft und angepasst. Bei der Umsetzung wurde auf eine konsequente Nutzung von PSR-Standards geachtet, die auch durch TYPO3 genutzt werden.

Das TypoScript wurde auf ein absolutes Minimum reduziert. Historisch vorhandene TypoScript-Menüs wurden endlich in Fluid überführt. Der Umbau des Content-Renderings führte nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung der Ladegeschwindigkeit, sondern sorgt auch für eine einfachere Wartung und Erweiterbarkeit in der Zukunft.

Sowohl die technischen Anpassungen als auch die damit einhergehende Migration von Content haben Zeit in Anspruch genommen, die bei einem niederschwelligen Update nicht nötig gewesen wäre. Rückblickend muss aber festgestellt werden, dass viele Änderungen dringend notwendig waren – spätestens mit Blick auf das nächste TYPO3 Update.
Bis zu diesem Zeitpunkt wären allerdings noch mehr Änderungen und Anpassungen hinzu gekommen, die Umstellung wäre noch komplexer geworden.

Nachhaltig planen spart Geld

Die Reduzierung der Technical Debt sorgt nun dafür, dass kommende Änderungen und neue Funktionen einfacher und sauberer umgesetzt werden können. Zukünftige Updates sind mit weniger Aufwand verbunden. Die Wartbarkeit und Erweiterbarkeit der Homepage ist durch Nutzung von Standards einfacher, da nicht nur unsere, sondern auch fremde Entwickler/innen mit einem System arbeiten, das sie auf Basis von Standards verstehen können.

Die Aktualisierung von Muko.info zeigt deutlich, dass eine Verbesserung der technischen Unterbasis nicht nur nachweislich mehr Performance bringt, sondern auch immer eine gute Investition in die Zukunft einer Webseite ist – einem Produkt, auf das man täglich angewiesen ist.